Neues Regenradar liefert exaktere Wetterdaten für die Stadt Aachen

 

  • Zwei Aachener Firmen haben die Grundlage für ein neues Wetter-Vorhersagesystem entwickelt, das mit Daten eines X-Band-Radars gespeist wird.
  • In Kooperation mit der Stadt Aachen, anderen Behörden und Institutionen können viele Detailinformationen und Daten berücksichtigt werden, die für eine einigermaßen zuverlässige Diagnose des Wettergeschehens, Z. B. als Regenradar nötig sind.
  • Die Bevölkerung kann zielgerichteter darüber aufgeklärt werden, wie man sich langfristig gegen Überflutungen schützen kann.

 

Der Klimawandel ist mittlerweile ein allgegenwärtiges Thema. Durch die globale Erwärmung und die Möglichkeit einer größeren Speicherkapazität der Feuchtigkeit in der Luft stoßen die Infrastrukturen und allgemeinen Entwässerungskapazitäten der Städte an ihre Grenzen. Erst im Vorjahr kam es in Aachen zu massiven Starkregenereignissen. Die Aachener Firmen Gamic und Kisters AG haben sich im Rahmen eines Projekts zusammengeschlossen und die Grundlage für ein neues Vorhersagesystem entwickelt, das mit den Daten eines X-Band-Radars gespeist wird.

 

Die Stadt unterstützt das Projekt mit vielen hilfreichen und zusätzlichen Informationen. „Wir versprechen uns davon, dass wir mit Hilfe des neuen Vorhersagesystems die Gefahrenstellen in der Stadt noch genauer zeitlich eingrenzen können als bisher“, sagte Elmar Wiezorek, Leiter des Fachbereichs Umwelt der Stadt Aachen. Mit dem System ließen sich früh genug Warnungen aussprechen. „Wir können die Bevölkerung zielgerichteter     aufklären, wie man sich langfristig gegen Überflutungen schützen kann“, so Wiezorek.

 

Die Aachener Unternehmen Kisters AG und Gamic mbH haben sich bei der Entwicklung des neuen Regenradars zusammengeschlossen und ihre unterschiedlichen Geschäftsfelder Wettervorhersagen und Sensorik zusammengebracht. In Kooperation mit der Stadt Aachen, anderen Behörden und Institutionen können viele Detailinformationen und Daten berücksichtigt werden, die für eine einigermaßen zuverlässige Diagnose des Wettergeschehens nötig sind.

 

Mit Hilfe des X-Band-Radars wird ein Vorhersagesystem angeboten, das Niederschlagsfelder mit einer hohen räumlichen Auflösung von 25 mal 25 Meter beobachten kann. Eine Vorhersage für die nächsten drei Stunden wird so möglich. Das Radar wird voraussichtlich im nächsten Frühjahr auf dem Dach eines Neubaus der Kisters AG in der Pascalstraße in Oberforstbach installiert und kann von dort den Niederschlag in einem Umkreis von 80 Kilometer beobachten.

 

Die gesammelten Daten werden über die Technologieplattform „HydroMaster“ der Firma Kisters AG in Echtzeit für die einzelnen Stadt- und innerstädtischen Entwässerungsgebiete aufbereitet. Die Infrastrukturbetreiber der Region, zum Beispiel die Stadt und Städteregion Aachen, die Regionetz GmbH oder der Wasserverband Eifel-Rur können auf die ermittelten Daten zugreifen. So können sie früher als heute Empfehlungen aussprechen, um die Bevölkerung und auch Gebäude besser vor den Auswirkungen von Starkregen oder anderen Witterungskapriolen zu schützen.

 

Das Bundesumweltministerium unterstützt das Projekt der beiden Aachener Unternehmen im Rahmen des Förderprogramms „Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels“ für zweieinhalb Jahre. Die Fördersumme liegt bei etwa 40 Prozent der Entwicklungskosten.

 

Professorin Dr. Christiane Vaeßen, Geschäftsführerin des Zweckverbands Region Aachen, freut sich, dass regionale Unternehmen dieses Vorhersagesystem entwickelt haben und dadurch die gesamte Region in Klimaschutzfragen voranbringen. Sie zeigte sich optimistisch, dass bei diesem Thema auch grenzüberschreitend Kooperationen mit den Nachbarkommunen möglich sein können.


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Das X-Band-Radar (l.) sorgt für die Daten, die in einem neu entwickelten Vorhersagesystem der Aachener Unternehmen Kisters AG und Gamic mbH verarbeitet werden können. Paul Malkomes (Gamic) sowie Christoph Schweim und Michael Natschke (beide Kisters AG; v.r.n.l.) stellten das Projekt Iris Wilhelmi (DigitalHub, Elisabethkirche), Wolfgang Pauels und Peter Gronostaj (beide Stadt Aachen) vor. © Stadt Aachen


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