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Suermondt-Ludwig-Museum Aachen im Dezember 2020

01.12.2020 - 31.12.2020

Suermondt-Ludwig-Museum
Infos zu Corona - Bitte beachten: Im Dezember 2020 finden aufgrund der aktuellen Bestimmungen fast keine Veranstaltungen statt.

Suermondt-Ludwig-Museum Aachen im Dezember 2020

 

 

Das Suermondt-Ludwig-Museum: WIEDER OFFEN

 

Düstere Wolkenformationen, die tobende See und mittendrin ein Dreimaster aus dem 17. Jahrhundert, der dem Sturm den Bugspriet bietet: Gemalte Seestücke oder andere Sujets an der Wand werden im Suermondt-Ludwig-Museum nach der Renovierung mit anschaulichen Artefakten illustriert, wie etwa einem großen, detailreichen Schiffsmodell, das ausgerechnet auf den Namen Corona getauft wurde. Nach der erfolgreichen Installation einer neuen Klimaanlage, nach baulichen Verbesserungen (Dichtigkeit der Dächer und des gesamten Baus), nach technischen Ertüchtigungen wie frei verfügbares WLAN und ein neues Beleuchtungssystem im Foyer, darf das Aachener Publikum gespannt sein auf die Neugestaltung der Schauräume.

 

Bürgerliche Kunstkammer als Leitbild

Überraschen wird sicherlich auf den ersten Blick auch die neue Farbigkeit der Wände, die in verschiedenen hell gehaltenen Tönen frisch und zeitgemäß daherkommt sowie die     wunderbar aufgearbeiteten Holzböden nebst einigen räumlichen Änderungen im 2. Obergeschoss. Das Team des Museums hat sowohl diesen inszenatorischen Teil gemeinsam erarbeitet als auch das Präsentationskonzept der Objekte: Ausgehend vom Grundgedanken und dem Leitbild der schon bestehenden „Bürgerlichen Kunstkammer“ sind das 1. und 2. Obergeschoss sowohl in einer Chronologie der verschiedenen Kunstepochen (Spätgotik, Renaissance, Barock, Biedermeier, Empire, Historismus, Expressionismus usw.) als auch themenbezogen eingerichtet. So werden in einer „Asservatenkammer“ der „Museumsdetektive“ beispielsweise Fälschungen und später up- und recycelte Kunstwerke gezeigt. Die der Kunst des 16.Jh.s vorbehaltenen Säle sind unter den Oberbegriffen Heilige und Menschen, Glaube, Stifterbild und Porträt, Natur, Alltagsleben, Innen- und Außenraum, Mode etc. gruppiert. Ein großer Saal ist der sinnenfrohen, ekstatischen Kunst der Gegenreformation (16./17. Jh.) und der daran anschließende Raum als Kontrast den Motiven der römisch-griechischen Götterwelt sowie der weltlichen Ikonografie gewidmet.

 

Augentäuschende Arrangements

Im folgenden Kranz der kleineren Kabinetträume sind holländische, flämische und deutsche Gemälde des 17. Jh.s nach Gattungen gehängt (Genre, Stillleben, Porträts, Seestücke, Landschaften und Historie), kombiniert mit Objekten, die Kontext und kulturhistorisches Umfeld vermitteln: unter anderem Modellschiffe, bemalte Fliesen, ein nautisches Gerät, Gegenstände wie sie auf Stillleben abgebildet werden und augentäuschende Arrangements.

 

Staunen, Entdecken, Neugierde

Der Bereich des 19. und 20. Jh.s hat deutlich den Fokus auf rheinische und Aachener Künstler gelegt. So überrascht der oberste Stock u.a. mit teils seit etwa 60, 70 Jahren nicht mehr gezeigten Kunstwerken der Zwischen- und Nachkriegszeit.

Die spannungs- und abwechslungsreiche Präsentation führt in den einzelnen Räumen verschiedene Medien zusammen: Große Wandteppiche, Möbel, Gemälde, Skulpturen und Objekte des Kunstgewerbes. Mit der dichten Neuhängung und Neuaufstellung soll die große Qualität und Reichhaltigkeit der städtischen Sammlung vor Augen geführt werden, die in der Hauptsache durch die Aachener Bürgerschaft zusammengetragen wurde. Ferner stehen Staunen, Entdecken, Neugierde, Verblüffung, Sich-Wundern, Nachdenken, aber in erster Linie Vergnügen und Spaß im Vordergrund, durch welche Lernen und Erkenntnis leicht und müheloser transportiert werden können. Über ausstellungstechnische Verweise und die museumspädagogische Erschließung werden Gegenwartsbezüge und die gesellschaftliche Relevanz offen gelegt. Auch ein leichter Zugang zu den Werken und ihren Inhalten ist angestrebt. Ausgeklammert sind vorerst noch die Räume im Parterre, die ab 2021 für die Präsentation der Dürer-Ausstellung adaptiert werden.

 

„Aufgrund der COVID-19 Pandemie“ wird es keine Eröffnungsfeierlichkeiten geben. Statt dessen laden wir ein zu drei ganzen Tagen

 

Eröffnung:

Freitag, 11.12.2020

Samstag, 12.12.2020

Sonntag, 13.12.2020

jeweils von 10 Uhr bis 17 Uhr

 

Eintritt frei

 

Bitte reservieren Sie ein kostenloses Zeitfensterticket

unter: www.suermondt-ludwig-museum .de

 

 

 

 

Kunstpause digital

In Corona-Zeiten kommt die Kunstpause digital nach Hause. Jeweils dienstags um 13.00 Uhr wird ein Video online gestellt, in dem Kurator*innen in knapp zwei Minuten erstaunliche Werke erklären. Viel Spaß beim Zuschauen und Zuhören!

@suermondtludwig auf Facebook und Instagram

 

Di, 01.12., 13.00 Uhr @suermondtludwig

Betende Maria

Giovanni Battista Salvi, gen. Il Sassoferrato

Mamma mia! Der italienische Barockmaler Giovanni Battista Salvi, der sich nach seinem Geburtsort Sassoferrato benannte, malte fast ausschließlich Madonnen in zig Varianten. Mal spiegelverkehrt, mal in kleinerem oder größerem Format in strahlenden Farben und in bühnenhafter Dramatik in Mimik und Gestik. Hunderte von diesen Madonnendarstellungen hat er produziert und damit die große Nachfrage nach derartigen Bildern in der italienischen Gegenreformation bedient.

Mit Sarvenaz Ayooghi

 

di, 08.12., 13.00 Uhr @suermondtludwig

Kinderschlitten („Post-Schlitten“)

deutsch oder niederländisch, wohl um 1780-1800, Holz, Eisenblech, Zug.Inv.Nr. 1956/23

Auf der Außenseite des Rückenteils ist als Dekoration ein Reiter in der Tracht des 17. oder beginnenden 18. Jahrhunderts in Relief wiedergegeben. Mit modischem großem Hut mit Federbesatz sitzt er auf einem steigenden Pferd. Darunter weisen die aufgenagelten Blechbuchstaben „D….POST…. [letzter Buchstabe verloren]“ auf die Funktion des Dargestellten, nämlich die eines Postreiters hin. Gut kann man sich vorstellen, wie der Schlitten, von einem vor Kälte rotbackigem Kind besetzt, zu dessen großem Vergnügen von erwachsenen Schlittschuhläufern oder seinen älteren Geschwistern über das Eis der zugefrorenen Grachten gezogen wurde. Je schneller, desto aufregender…

Mit Michael Rief

Di, 15.12., 13.00 Uhr @suermondtludwig

Hühnerhof

Adriaen van Utrecht

Es könnte alles so friedlich sein – und so langweilig. Der Maler Adriaen van Utrecht zeigt aus naher Perspektive den Blick in einem Hühnerhof.

Friedlich picken die Hühner, doch die Idylle trügt, denn im Bild versteckt sich ein Indiz, dass sich die harmonische Szenerie schon bald verändern wird.

Mit Wibke Birth

 

di, 22.12., 13.00 Uhr @suermondtludwig

 

„Alleinerziehender Josef“

Auf der strohbefüllten kastenförmigen Futterkrippe in der Reliefmitte ist ein Tuch gebreitet, auf dem das nackte Christkind liegt. Dahinter und rechts davon betätigen sich sechs kleine Engel als „Babysitter“, deren ursprüngliche Tätigkeit aufgrund des Verlustes von Armen und Händen eine Geheimnis bleiben wird (singen sie den Säugling in den Schlaf?) und heute v.a. in der verzückten und wohlgefälligen Betrachtung des Neugeborenen besteht. Rechts, ein wenig nach hinten versetzt, steht Josef, der Ziehvater des kleinen Jesus. Vor der Krippe ist ein großer geflochtener Deckelkorb platziert, über dessen Rand eine Windel heraushängt, rechts in der Ecke erhebt sich eine Kochstelle, auf der eine (heute fragmentierte) Pfanne mit Brei steht, den Josef zubereitet hat. Aber Säuglinge können gar keinen Brei essen, das weiß doch jedes Kind! Resultiert dieser ernährungstechnische Irrtum aus der Unbeholfenheit des Nährvaters? Nein, die Breipfanne gehört seit dem frühen 14. Jahrhundert oft zu den Ausschmückungen der Weihnachtsgeschichte. Hiermit soll die Fürsorge und Liebe dargestellt werden, mit der Josef seinem Ziehsohn begegnete. Maria, Mutter des kleinen Knaben, ist tatsächlich verschwunden. Aber sicher nicht freiwillig: Die ehemals vorhandene, links vorne kniende Muttergottes-Figur ist im Laufe der Zeit abgebrochen oder wurde im 19. Jahrhundert von einem gewissenlosen Kunsthändler abgetrennt, um zwei Skulpturen gewinnbringender zu verkaufen!

Mit Michael Rief

 

 

di, 29.12., 13.00 Uhr @suermondtludwig

 

Schreinsreliquiar/Reliquienkästchen

Holz, Kupferplatten, vergoldet, farbiges Email (in Grubenschmelztechnik)

Limoges, 1. Hälfte 13. Jahrhundert

Schenkung Peter und Irene Ludwig, Aachen, 1977

Inv.Nr. KK 950

Die Kunsthandwerker in der südfranzösischen Stadt Limoges hatten sich im Mittelalter auf die Herstellung von hochqualitativen Geräten für die Heilige Messe spezialisiert. Seit der Mitte des 12. Jahrhunderts produzierten die dortigen Werkstätten Hostienbehälter in Form von Dosen oder Heiliggeisttauben, Weihrauchschiffchen, Altarkreuzen, Handwaschbecken, Kerzenleuchtern usw., die in ganz Europa Verbreitung fanden. Zum Sortiment gehörten auch Reliquienkästchen. In diesen wurden die als heilsbringend angesehenen kostbaren Überreste (z.B. Knöchelchen) von einem oder mehreren Heiligen verwahrt. Wessen Überbleibsel im Inneren unseres Schreinsreliquiars enthalten waren, verraten uns zwei Szenen aus dem Leben des englischen Nationalheiligen Thomas Becket (1118-1170) auf der breiten Schauseite: Seine Ermordung am 29.12. 1170 am Altar durch gedungene Mörder, während er die Messe zelebriert, und darüber auf der Dachschräge seine Grablegung. Der bedeutende Lordkanzler und Erzbischof von Canterbury war beim englischen König Heinrich II., mit dem er früher Buddy-eng befreundet war, aufgrund von Kontroversen in Ungnade gefallen. Heinrich ließ ihn kurzerhand nach dessen Rückkehr aus dem französischen Exil beseitigen. Der Heilige war offensichtlich so beliebt, dass wohl v.a. in England eine reiche Nachfrage nach solchen hausartigen Kleinbehältnissen für seine Reliquien bestand. Heute sind noch etwa 40 Exemplare bekannt. Mit Blick auf den unvermeidbaren, bald herannahenden Brexit: Das Reliquiar hat ein französisches Chassis und ein (ehemals) britisches Innenleben. Es bleibt uns als englischer Kulturbotschafter auf dem Kontinent erhalten!

Mit Michael Rief

 

Fotos im Anhang

 

 

SERVICE:

Suermondt-Ludwig-Museum

Wilhelmstr. 18, 52070 Aachen

Tel.: +49 241 47980-40

Fax: +49 241 37075

info@suermondt-ludwig-museum.de

www.suermondt-ludwig-museum.de

 

Das Suermondt-Ludwig-Museum ist der „Salon“ der Aachener. In einem prachtvollen Stadtpalais aus dem 19. Jahrhundert sind kostbare Sammlungen untergebracht. Herausragend ist die mittelalterliche Skulpturensammlung, eine der bedeutendsten in Deutschland. Auch holländische Meister der Barockzeit sind hier exzellent vertreten. Dazu gibt es eine kleine, feine Sammlung von Gemälden des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, ein Kupferstichkabinett und eine riesige Kollektion kunsthandwerklicher Stücke.

 


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Foto: Stadt Aachen


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Details

Beginn:
01.12.2020
Ende:
31.12.2020
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Veranstaltungsort

Suermondt-Ludwig-Museum
Wilhelmstraße 18, 52070 Aachen
Aachen, Deutschland
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