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Tim Otto RothFoto: Ludwig-Forum.
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Anstehende Veranstaltungen

Klanglaboratorium von Tim Otto Roth

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AISÂł [aiskju:b] – Ein Klanglaboratorium von Tim Otto Roth

Eine Ausstellung im Ludwig Forum Aachen

06.09. bis 10.11.2019

Eröffnung Do 05.09.2019, 19.00 Uhr

 

Wie bereichernd das Zusammentreffen von Kunst und Wissenschaft fĂŒr unsere Wahrnehmung sein kann, zeigt [aiskju:b], eine begehbare Licht- und Klangskulptur von Tim Otto Roth, die er mit UnterstĂŒtzung de Physikalischen Instituts der RWTH Aachen realisiert hat und die nun nach fulminanten PrĂ€sentationen in Berlin und MĂŒnchen in Aachen zu erleben ist.

444 illuminierte Lautsprecher machen den Versuchsaufbau und die Funktionsweise des IceCube Neutrino Observatoriums, des am SĂŒdpol gelegenen, grĂ¶ĂŸten Teilchendetektors der Welt, sinnlich erfahrbar. Dabei ist [aiskju:b] weit mehr als die Darstellung einer naturwissenschaftlichen Laborsituation, nĂ€mlich eine neue interdisziplinĂ€re Kunstpraktik: [aiskju:b] ist Kunstwerk und psychoakustisches Grundlagenexperiment zugleich. Es lĂ€sst den Raum selbst zum Klanggenerator werden, in dem sich die Besucher*innen frei bewegen können.

 

IceCube und AISÂł [aiskju:b]

Das IceCube Neutrino Observatorium, kurz IceCube, ist das grĂ¶ĂŸte Teleskop der Welt. Mit ĂŒber 5000 Lichtdetektoren misst es am SĂŒdpol in der absoluten Dunkelheit des tiefen antarktischen Eises minimale Leuchterscheinungen. Diese Lichtblitze gehören zu den wenigen Indizien fĂŒr die Existenz der sogenannten „Geisterteilchen“ – den schwach wechselwirkenden Neutrinos –, von denen Milliarden pro Sekunde nicht nur unbemerkt durch unseren Körper fliegen, sondern problemlos die ganze Erde durchdringen.

 

JĂŒngste Daten aus dem IceCube-Experiment bilden die Basis fĂŒr das in Aachen gezeigte Klanglaboratorium. Die gemessenen Neutrino-Energien werden in [aiskju:b] proportional in Farben und Töne ĂŒbersetzt, die je nach Position im Raum zu unterschiedlichen mikrotonalen Klangfarben verschmelzen. Damit dies möglich wird, verlangsamt Tim Otto Roth extrem die mit Lichtgeschwindigkeit sich fortpflanzenden Lichtblitze zu durch den Raum propagierenden Bewegungen. Es ist ein kompositorisches Spiel mit Zeit, bei dem im Wesentlichen durch die Wahl der Zeitfenster das Klangereignis geformt wird. Roth arbeitet aber nicht nur mit elaborierten Messdaten, sondern auch mit Livedaten, die nur mit geringer Verzögerung nach Aachen ĂŒbertragen werden, sowie auch mit Rohdaten, bei denen das niederfrequente Rauschen der einzelnen Lichtdetektoren in ein oszillierendes Klangfeld tiefer interferierender Töne ĂŒbersetzt wird.

 

AISÂł [aiskju:b]: Land Art und Klanglaboratorium

Der Ton-Raum, den Tim Otto Roth mit [aiskju:b] entwickelt hat, lĂ€sst sich als Land Art unter erweiterten kosmisch-akustischen Vorzeichen begreifen. Es ist hier den Besucher*innen möglich, in eine unsichtbare, kaum fassbare Natur einzutauchen. Das Einzigartige an [aiskju:b] sind die 444 kugelförmigen, im Raum verteilten Klangquellen, die ein ganz besonderes immersives und körperliches Erlebnis ermöglichen. Durch die gleichzeitige Übersetzung der Tonhöhen in farbiges Licht bekommen die Besucher*innen einen komplementĂ€ren Zugang zum Klangerlebnis. Der KĂŒnstler und Komponist Tim Otto Roth erschafft so fĂŒr die Besucher*innen eine SphĂ€renmusik des 21. Jahrhunderts.

 

Das wissenschaftliche Experiment und die Kooperation mit der RWTH Aachen

„Die Installation ist unbeschreiblich – einfach sensationell“, zeigt sich Prof. Dr. Christopher Wiebusch begeistert. „[aiskju:b] hat fĂŒr mich die Daten, die ich schon so viele Jahre kenne, in einer anderen Form vor Augen gefĂŒhrt. Das hat mich erst einmal sprachlos gemacht.“ Prof. Wiebusch ist neben dem ehemaligen Sprecher der IceCube Kollaboration, Dr. Christian Spiering, einer der ‚Paten‘ und wichtigsten UnterstĂŒtzer des Projekts. Ein Team aus Studierenden und Doktorand*innen des Physikalischen Instituts der RWTH hat Tim Otto Roth bei der Bearbeitung der Daten vom SĂŒdpol unterstĂŒtzt und gemeinsam mit dem KĂŒnstler die Installation an der RWTH Aachen gebaut.

Begleitend zur Ausstellung werden Mitarbeiter*innen des III. Physikalisches Institut B, RWTH Aachen University, und Kunstwissenschaftler*innen die Arbeit von Tim Otto Roth sowohl kunsthistorisch als auch vor dem Hintergrund der Neutrinoforschung in FĂŒhrungen beleuchten. ErgĂ€nzt wird das Rahmenprogramm durch drei VortrĂ€ge von Robert Barry, Prof. Dr. Wolfgang Ullrich und Dr. Sybille Anderl, die verschiedene Perspektiven des Kunstwerkes und des dahinterliegenden KĂŒnstlerselbstverstĂ€ndnisses vorstellen werden.

 

Idee: Dr. Andreas Beitin

Kurator: Dr. Christian Haring

Kooperationspartner:
Prof. Dr. Christopher Wiebusch, III. Physikalisches Institut B, RWTH Aachen University


Mehr auf der Veranstalterseite

Foto: Ludwig-Forum. On 9/10 Februar 2019 aiskju:b was presented at Reaktorhalle MĂŒnchen. More about the sound laboratorium consisting of 444 illluminated loudspeakers on www.imachination.net/ais3


Lesen Sie mehr - Kategorie: Kunst und Kultur

Details

Beginn:
06.09.2019
Ende:
10.11.2019
Veranstaltungskategorien:
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Veranstalter

Ludwig Forum
Website:
http://www.ludwigforum.de

Veranstaltungsort

Ludwig Forum


JĂŒlicherstrasse 97-109, 52070 Aachen, Aachen, Deutschland
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