Weihnachtskrippe

Tiroler Weihnachtskrippe in neuer Landschaft – Ausstellung in der Aachener Domschatzkammer

Aachen – Die Aachener Domschatzkammer zeigt in der Advents- und Weihnachtszeit vom 2. Dezember 2017 bis 4. Februar 2018 wie gewohnt die prächtige Tiroler Weihnachtskrippe.

Das Weihnachtsbild gehört seit 1908 dem Suermondt-Ludwig Museum. Nachdem es viele Jahrzehnte unbeachtet im Magazin lag, wurde es beim Umzug des Museums in die heutigen Räume 1994 wiederentdeckt. Holzschädlinge, Rost, abgeblätterte Bemalungen, Mottenfraß und Staub hatten jedoch zu großen Schäden geführt. Der Kustos der Sammlungen, Michael Rief, erkannte ihren Wert und bemühte sich, das stark geschädigte Ensemble zu retten. Zusammen mit der Textilkonservatorin am Dom, Monica Paredis-Vroon, und dem Institut für Restaurierungs- und Konservierungswissenschaft an der TH Köln werden jedes Jahr einige Figuren und Architekturteile restauriert, so dass die Zahl der vorzeigbaren Krippenteile alljährlich anwächst.

Es handelt sich um eine „bekleidete Krippe“, denn alle menschlichen Figuren sind mit eigens geschneiderter und geschmückter Kleidung versehen. Einige der Hirten tragen Trachten aus Tirol. Besonders aufwendig gearbeitet sind die Gewänder wie auch der farbenprächtige Kopfputz der zahlreichen Engel. Die Figuren sind aus Holz und Draht gebildet. Ihre Köpfe wurden aus Wachs geformt und liebevoll bemalt, die Augen bestehen aus Glas. Die Gebäude und Tiere wurden aus Holz geschnitzt und bemalt.

Die Einzelteile der Krippe stammen aus der Gegend um Innsbruck (Thaur, Zirl), Hund, Esel und Ochse dagegen vermutlich aus dem Südtiroler Grödnertal. In einer aufwendig gestalteten, hügeligen Landschaft tummelt sich eine Vielzahl von Gestalten aus der Weihnachtsgeschichte und den Legenden, die darum entstanden sind.

Die rund 130 menschlichen Figuren und Tiere und die vielen Miniaturbauwerke entstanden im 19. Jahrhundert. Bis zu ihrem Ankauf durch das Suermondt-Ludwig-Museum scheint die Krippe viele Jahre gebraucht und immer wieder repariert und erweitert worden zu sein. Zu einem Kernbestand des frühen 19. Jahrhunderts sind im Laufe der Jahre viele Ergänzungen gekommen. So steht auf dem Sack eines Lastesels die Jahreszahl 1877. Auch vier eigentlich aus einer neapolitanischen Krippe stammende Figuren haben sich in die Weihnachtslandschaft „verirrt“.

Seit 1999 wurde das stets wachsende Weihnachtsbild in immer wieder anderer Zusammensetzung in der Domschatzkammer ausgestellt. In diesem Jahr hat sich das Team des Museums eine neue Landschaft und einige zeitgemäße Ergänzungen einfallen lassen.

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Foto: pixabay.com (auf dem Foto ist nicht die Tiroler Weihnachtskrippe zu sehen)