„G24 – Gemeinsam Schneller Gründen“: Bundesweiter One-Stop-Shop online
23.9.2026: Weniger Bürokratie, mehr Zeit fürs Gründen: Für Einzelunternehmerinnen und Einzelunternehmer wird der Start in die Selbstständigkeit in Aachen ab sofort einfacher. Die Stadt Aachen ist gemeinsam mit dem Amtsgericht Aachen und dem Finanzamt Aachen-Stadt Pilotstandort des bundesweiten Projekts „G24 – Gemeinsam Schneller Gründen“. Der im Mai gestartete Pilot zur Beschleunigung von Unternehmensgründungen geht in die nächste Phase: Ab heute ist ein digitaler Kombiantrag verfügbar, der die Anträge zur Gewerbeanmeldung sowie die steuerliche Erfassung von Einzelunternehmen ermöglicht. In Aachen kann der Kombiantrag jetzt vollständig digital gestellt werden. Die Beantragung einer Steuernummer, eine der zwei Leistungen des Kombiantrags, kann ab heute sogar bundesweit komplett digital gestellt werden. Der Antragsprozess ist als One-Stop-Shop konzipiert und abrufbar unter www.gruenden.gov.de.
Foto: Gemeinsam freuen sich über den Projektstart (v.l.n.r) Wirtschaftsdezernent Thomas Hissel, Andra Clemens (Abteilungsleiterin IT-Entwicklung und IT-Projektmanagement), Mirijam Böhme (Abteilungsleiterin Wissenschaft und digitale Innovationen), Oberbürgermeister Dr. Michael Ziemons, Roman von der Lohe (Stabsstelle Digitalisierung) und Pia Dödtmann (Abteilungsleiterin Unternehmensförderung). Copyright: Stadt Aachen/Detlef Funken
Die digitale Gewerbeanmeldung wird in den kommenden Wochen sukzessive an den anderen neun Pilotstandorten Berlin, Dresden, Düsseldorf, Fulda (inkl. Petersberg), Goslar, Hamburg, Husum, Mannheim und München freigeschaltet. In allen anderen Regionen hilft das Portal beim Ausfüllen des Antrags und erstellt ein fertiges Dokument, das per E-Mail oder Post an das zuständige Gewerbeamt geschickt werden kann.
„Wir wollen Vorreiter sein“
Oberbürgermeister Dr. Michael Ziemons: „Wir wollen bei Digitalisierung und Entbürokratisierung Vorreiter sein – nicht nur heute, sondern auch künftig. Mit dem Online-Angebot des One-Stop-Shops machen wir einen weiteren Schritt zu einer modernen, bürgerorientierten Verwaltung. Unser Anspruch ist eine Verwaltung, die Hürden abbaut, Prozesse vereinfacht und digitale Lösungen konsequent dort einsetzt, wo sie den Menschen und der Wirtschaft das Leben leichter machen.“
Die verwaltungsinterne Koordination des Projekts liegt bei der Stabsstelle für Digitalisierung der Stadt Aachen. Als operative Kerninstanz prüft und erfasst die Gewerbemeldestelle im Fachbereich Sicherheit und Ordnung die über das Verfahren generierten Daten und sorgt für eine entsprechende Registrierung im städtischen Gewerberegister. Der Fachbereich Digitale Verwaltung und IT-Steuerung übernimmt gemeinsam mit dem städtischen IT-Dienstleister regio iT die Anbindung an die verwaltungsweiten Fachverfahren sowie die perspektivische Integration in das mit dem Fachbereich Wirtschaft, Wissenschaft, Digitalstadt und Europa geplante Unternehmensportal. Die Wirtschaftsförderung begleitet ebenfalls die Anbindung an das regionale Gründungs- und Innovationsökosystem und unterstützt den Transfer in bestehende Beratungs- und Netzwerkstrukturen.
Die Pilotierung erfolgt gemeinsam mit dem Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS), dem DigitalService des Bundes, dem Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen sowie weiteren Bundesressorts. Ziel bleibt es, Unternehmensgründungen perspektivisch innerhalb von 24 Stunden zu ermöglichen und in geeigneten Standardfällen automatisch ablaufen zu lassen. Dafür ist die Modernisierung der Prozesse im Hintergrund erforderlich: Registerabfragen, steuerliche Erfassung, Meldungen an Sozialversicherungsträger, Kammern sowie standardisierbare Prüfungen durch Erlaubnisbehörden.
Aachen bringt dafür beste Voraussetzungen mit: Die Stadt zählt zu den dynamischsten Gründungsstandorten Deutschlands. Mit 1.731 Neugründungen im Jahr 2025 und Platz 4 bundesweit bei den Start-up-Gründungen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern steht Aachen insbesondere für technologie- und wissensbasierte Gründungen. Diese Entwicklung ist das Ergebnis eines über Jahre gewachsenen, kompetenten und gut vernetzten Innovationsökosystems, in dem zentrale Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gründungsförderung eng und vertrauensvoll zusammenarbeiten und so verlässliche Strukturen für Gründerinnen und Gründer schaffen.
Was der Kombiantrag kann
Der Kombiantrag basiert auf der Gründerplattform der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau). Gemeinsam mit den zehn Pilotstandorten wurde die Antragsstrecke an die Anforderungen der Verwaltung angepasst und die Antragerstellung für Gründende weiter vereinfacht. Die unterstützte Dateneingabe soll die Qualität der Anträge verbessern und dadurch aufwendige Rückfragen der Ämter an Gründerinnen und Gründer reduzieren Die KfW-Gründerplattform ist seit 2018 im Einsatz und wurde von Bundeswirtschaftsministerium und KfW initiiert, um Gründerinnen und Gründer digital mit Informationen und Werkzeugen rund um den Gründungsprozess zu unterstützen.
Parallel zur Entwicklung des Kombiantrags hat der DigitalService des Bundes in enger Zusammenarbeit mit Ländern, Kommunen und Fachstellen wichtige Erkenntnisse zu Nutzerführung, Datenanforderungen und Prozessvarianten rund um die digitale Unternehmensgründung gewonnen. Diese fließen in die Weiterentwicklung des Angebots ein.
Weitere Informationen zu dem Projekt „Schneller Gründen“ findet man auf der Website des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung.
Erste STARTUP WEEK AACHEN
- Das Format bietet Startups Knowhow, Veranstaltungen, Events und Netzwerkmöglichkeiten.
- Aachen hat viele Vorteile für Gründer*innen und Startups.
- Das Format der STARTUP WEEK soll sich etablieren, hoffen die Veranstalter*innen.
16.5.2022: Bei der ersten STARTUP WEEK AACHEN kommt die gesamte Startup-Szene der Aachener Region zusammen, teilt Knowhow, Erfahrungen und spannende, innovative Zukunftsideen mit Bürger*innen, Unternehmen und Gründungsinteressierten. Der digitalHUB Aachen, die RWTH Innovation, das Gründungszentrum der FH Aachen und die Stadt Aachen haben die STARTUP WEEK AACHEN gemeinsam mit dem Ziel initiiert, die Aachener Startup-Szene regional und überregional sichtbar zu machen und das enorme Potenzial am Gründungsstandort Aachen zu zeigen. „Diese Idee besteht schon länger und wir freuen uns, dass wir sie jetzt umsetzen können – mit so tollen Partner*innen“, sagt Dr. Oliver Grün, Vorstandsvorsitzender des digitalHUB Aachen e.V. und CEO der GRÜN Software Group. Aachens Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen beim offiziellen Kick-off in der digitalChurch: „Ich bin begeistert von den vielen Startups in Aachen. Und das ist es auch, was ein Startup ausmacht: Begeisterung.“ Aachen als „Stadt der Hochschulen und Studierenden“ biete ideale Voraussetzungen. Keupen weiter: „Als Stadt wollen wir den Startups Raum geben, sie sichtbar machen, mitten in der Stadt, nicht hinter den Mauern der Hochschulen.“ Dr. Oliver Grün möchte „mehr Menschen Mut machen zu gründen“: „Am besten direkt nach dem Studium, dann hat man noch die wenigsten Verpflichtungen.“
Aus Fehlern lernen: „Fuck Up Stories Aachen – startup_edition“
Allerdings kann nicht jede Gründung auch erfolgreich verlaufen, aber auch das Scheitern sei manchmal wichtig. „Aus Fehlern entstehen oft neue Ideen“, ist sich Sibylle Keupen sicher. Sie plädiert dafür, eine „Fehlerkultur“ schon in den Schulen zu etablieren. Grün pflichtet ihr bei: „Wir sollten es positiv sehen, wenn mal ein Projekt nicht funktioniert.“ Genau über solche Fehlversuche geht es am Donnerstagabend bei den „Fuck Up Stories Aachen – startup_edition“, wo Scheitern „lustvoll in den Fokus gestellt wird“, so Keupen.
Neben vielen Veranstaltungen bringen sich bei der STARTUP WEEK weitere Partnerorganisationen wie die GründerRegion Aachen, die IHK Aachen, die AGIT und der TechVision Fonds mit Event-Angeboten ein. 12 Ausrichter*innen und Partner*innen sind aktiv beteiligt, mehr als 2.000 Teilnehmer*innen werden erwartet. Der Mittelpunkt und das große Event-Highlight der STARTUP WEEK ist die ATEC (Aachen Technology and Entrepreneurship Congress) – die größte Konferenz für Innovation und Entrepreneurship in der Region, die erstmals im Mai stattfindet unter dem Motto „dare the impossible“ – wage das Unmögliche.
Netzwerke als A und O
Vor allem soll die Woche auch Netzwerkmöglichkeiten bieten um Gleichgesinnte zu verbinden, um zu zeigen, welches Angebot es für Startups und Gründer*innen im Aachener „Ökosystem“ gibt. „Jedes Unternehmen weiß, dass ein gutes Netzwerk das A und O ist, wenn man ein erfolgreiches Startup gründen will“, ist Marius Rosenberg, Managing Director des Exzellenz Start-up Centers der RWTH, überzeugt. Er sieht in Aachen einen „Riesenvorteil“: „Es ist keine zu große Stadt, es gibt hier eine engere Community.“ Prof. Dr. Thomas Ritz, Prorektor FH Aachen ergänzt: „Wir müssen die Strahlkraft Aachens für Gründer*innen nach außen tragen.“ Dr. Oliver Grün würde sich wünschen, wenn Menschen „nach Aachen kommen, um zu gründen“ und dann hier zu bleiben.
Radikale, neue Ideen für die großen Herausforderungen durch Gründer*innen
Marius Rosenberg ist überzeugt, dass „die großen Herausforderungen in der Welt dringend Gründer*innen brauchen“, ganz im Sinne des ATEC-Mottos: „Nur von dort können die neuen, radikalen Ideen kommen. Wir denken immer noch zu sehr in Grundlagenforschung. Das muss sich ändern.“ Sibylle Keupen: „Wir befinden uns in einem Strukturwandel, einer Transformation, die alte Lösungen oft nicht mehr zulässt.“ Auch deshalb sind Alle zuversichtlich, dass die erste STARTUP WEEK auf keinen Fall die letzte sein sollte. „Ich wünsche mir Kontinuität und das die STARTUP WEEK kein Strohfeuer bleibt“, so Prorektor Ritz.
Mehr Informationen und das komplette Programm zur STARTUP WEEK AACHEN unter www.startupweek.ac.
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