Süße Printen im Couven Museum

von links nach rechts: Carmen Roebers (Leiterin des Couven Museums), Prof. Dr. Frank Pohle (Leiter der Route Charlemagne) und Dilara Uygun (Kuratorin der Ausstellung). Foto: Andre Schnitker

Ausstellung im Couven Museum Aachen: Stille Nächte – Süße Printen

Bilder und Bräuche seit dem Biedermeier.

13. November 2021 – 06. Februar 2022

Die erfolgreiche stadtgeschichtliche Sommerausstellung „Nicht nur zur Weihnachtszeit – Aachen und die Printe“ im Centre Charlemagne hat im wahrsten Sinne des Wortes ein Nachspiel. Der stimmungsvolle zweite Teil, der ab November im Aachener Couven Museum gezeigt wird, schwenkt den Fokus auf das weihnachtliche Brauchtum, mit dem die Biedermeierzeit im frühen 19. Jahrhundert unser schönstes Jahresfest bis heute geprägt hat. 
Bis ins 18. Jahrhundert war Weihnachten eher ein fröhliches, lautes und öffentliches Fest, denn es markierte das Ende der adventlichen Fastenzeit, welches man mit Speis und Trank ausgiebig genoss. Erst in der Epoche des Biedermeiers entwickelte sich Weihnachten zu einem Fest, das man in Beschaulichkeit und Stille im engsten Familienkreis beging. Kuratorin Dilara Uygun zur Ausstellung und zur Frage, was für sie persönlich das Lieblings-Exponat sei: “Das besondere Detail in der Ausstellung, womit ich Weinachten und Familie verbinde, ist nicht greifbar. Damit meine ich eher Erinnerungen – es sind Erinnerungen an besondere Momente vergangener Weihnachten zu Hause im Kreise der Familie wie das Schmücken des Weihnachtsbaumes. Den Aspekt der Erinnerung möchte ich mit der Ausstellung verbinden. Wenn man der stressigen Vorweihnachtszeit entfliehen möchte und die Ausstellung mit den Liebsten besucht und sich dann in ein paar Jahren an den Besuch zurückerinnert. Vielleicht schafft es die Ausstellung auch, Erinnerungen vergangener Weihnachten zu erwecken wie bei der Familienkrippe, die Generation für Generation weitergegeben wurde.”

Handgeschnitzten Printenmodelle

Die handgeschnitzten Printenmodelle und das in ihnen ausgeformte Gebäck spielten dabei eine wichtige Rolle. Mit Nikolaus, Stern und Christkind, umgeben von Ochs und Esel oder den Heiligen Drei Königen, zeigen sie uns die unverzichtbaren Festmotive, in denen das süße Gebäck für das Weihnachtsfest traditionell von den Bäckern gestaltet wurde. Zahlreich überlieferte Backrezepte und kleine Gebäckmodel zeugen aber auch von der häuslichen Backtradition, in die auch die älteren Kinder mit einbezogen waren. Zur Vorbereitung auf das Fest wurde schon im Advent in der heimischen Küche das Kleingebäck mit viel Liebe und Sorgfalt hergestellt und in größeren Mengen und vielfältigen Formen gebacken. Im Mittelpunkt des Festgeschehens stand die Jahr für Jahr wieder aufgestellte Familienkrippe, deren Figuren über viele Generationen weitergegeben wurden, und daneben der duftende Tannenbaum mit seinen zauberhaften Anhängseln aus Glas, Papier, Zucker und Tragant

Unter seiner Lichterpracht waren von der Pferdekutsche über den Puppenherd bis zur Blechkanone all die Spielzeuggeschenke ausgebreitet, denen die Kinder bereits erwartungsvoll entgegenfieberten. Hier war auch der Platz für die mythischen Gabenbringer Nikolaus, Christkind oder Weihnachtsmann, die als Kleinfiguren aus Baumzapfen, Wachs oder Pappmaché das Zimmer schmückten, wenn sie nicht sogar unter den großen Augen der Kinder leibhaftig zur Bescherung in Erscheinung traten.

Die weihnachtliche Bilderwelt der populären Druckgrafik ergänzt diese Ausstellung mit ihren schönsten Beispielen. Dazu gehören die Illustrationen zu E.T.A. Hoffmanns Märchen „Nussknacker und Mäusekönig“ ebenso wie der bekannte Münchner Bilderbogen „Herr Winter“, illustriert von Moritz von Schwind.

Die Ausstellung wird begleitet von Führungen, Sonderveranstaltungen und einem reizvollen Katalogbüchlein zum Angucken, Lesen und Nachschlagen. Carmen Roebers, Leiterin des Couven Museums: “Die große Herausforderung im Couven Museum ist tatsächlich, die Ausstellungsstücke in die vorhandenen Räumlichkeiten zu integrieren, ohne den Räumen in ihrer eigenen Aussage etwas zu nehmen.” Und Professor Dr. Frank Pohle, Leiter der Route Charlemagne, meint: “Zu den Besonderheiten in der Ausstellung gehört für mich unsere Weihnachtskrippe. Dazu gehören bis zu 350 Jahre alte Figuren, bei denen unsere Restauratoren entsprechende Arbeit hatten und haben. Sie werden die Landschaft im Laufe der Ausstellung mehr und mehr bevölkern.”Ein Begleitbuch zur Ausstellung ist für 8,90 € im Couven Museum erhältlich. Es ergänzt den Band „Nicht nur zur Weihnachtszeit – Aachen und die Printe“ zur Ausstellung im Centre Charlemagne im Sommer 2021, von dem ebenfalls noch einige Exemplare erworben werden können.


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von links nach rechts: Carmen Roebers (Leiterin des Couven Museums), Prof. Dr. Frank Pohle (Leiter der Route Charlemagne) und Dilara Uygun (Kuratorin der Ausstellung). Foto: Andre Schnitker


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