Schöffenwahl der Haupt- und Hilfsschöffen fĂŒr die GeschĂ€ftsjahre 2019- 2023

Schöffen: Bewerbungen sind bis zum 30.04.2018 beim Ordnungsamt der Stadt Herzogenrath möglich

 

Im ersten Halbjahr 2018 werden bundesweit die Schöffen und Jugendschöffen fĂŒr die Amtszeit von 2019 bis 2023 gewĂ€hlt. Gesucht werden fĂŒr die Stadt Herzogenrath die am Amtsgericht Aachen und Landgericht Aachen als Vertreter des Volkes an der Rechtsprechung in Strafsachen teilnehmen.

Der Rat der Stadt Herzogenrath und der Jugendhilfeausschuss der Stadt Herzogenrath schlagen doppelt so viele Kandidaten vor, wie an Schöffen bzw. Jugendschöffen benötigt werden. Aus diesen VorschlÀgen wÀhlt der Schöffenwahlausschuss beim Amtsgericht in der zweiten JahreshÀlfte 2018 die Haupt- und Hilfsschöffen.

Gesucht werden 104 Bewerberinnen und Bewerber, die in der Gemeinde wohnen und am 1.1.2019 mindestens 25 und höchstens 69 Jahre alt sein werden. WĂ€hlbar sind deutsche Staatsangehörige, die die deutsche Sprache ausreichend beherrschen. Wer zu einer Freiheitsstrafe von mehr als sechs Monaten verurteilt wurde oder gegen wen ein Ermittlungsverfahren wegen einer schweren Straftat schwebt, die zum Verlust der Übernahme von EhrenĂ€mtern fĂŒhren kann, ist von der Wahl ausgeschlossen. Auch hauptamtlich in oder fĂŒr die Justiz TĂ€tige (Richter, RechtsanwĂ€lte, Polizeivollzugsbeamte, BewĂ€hrungshelfer, Strafvollzugsbedienstete usw.) und Religionsdiener sollen nicht zu Schöffen gewĂ€hlt werden.

Schöffen sollten ĂŒber soziale Kompetenz verfĂŒgen, d. h. das Handeln eines Menschen in seinem sozialen Umfeld beurteilen können. Von ihnen werden Lebenserfahrung und Menschenkenntnis erwartet. Die ehrenamtlichen Richter mĂŒssen Beweise wĂŒrdigen, d. h. die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein bestimmtes Geschehen wie in der Anklage behauptet ereignet hat oder nicht, aus den vorgelegten Zeugenaussagen, Gutachten oder Urkunden ableiten können. Die Lebenserfahrung, die ein Schöffe mitbringen muss, kann aus beruflicher Erfahrung und/oder gesellschaftlichem Engagement resultieren. Dabei steht nicht der berufliche Erfolg im Mittelpunkt, sondern die Erfahrung, die im Umgang mit Menschen erworben wurde. Schöffen in Jugendstrafsachen sollen in der Jugenderziehung ĂŒber besondere Erfahrung verfĂŒgen.

Das verantwortungsvolle Amt eines Schöffen verlangt in hohem Maße Unparteilichkeit, SelbststĂ€ndigkeit und Reife des Urteils, aber auch geistige Beweglichkeit und – wegen des anstrengenden Sitzungsdienstes – gesundheitliche Eignung. Juristische Kenntnisse irgendwelcher Art sind fĂŒr das Amt nicht erforderlich.

Schöffen mĂŒssen ihre Rolle im Strafverfahren kennen, ĂŒber Rechte und Pflichten informiert sein und sich ĂŒber die Ursachen von KriminalitĂ€t und den Sinn und Zweck von Strafe Gedanken gemacht haben. Sie mĂŒssen bereit sein, Zeit zu investieren, um sich ĂŒber ihre Mitwirkungs- und Gestaltungsmöglichkeiten weiterzubilden. Wer zum Richten ĂŒber Menschen berufen ist, braucht Verantwortungsbewusstsein fĂŒr den Eingriff in das Leben anderer Menschen durch das Urteil. ObjektivitĂ€t und Unvoreingenommenheit mĂŒssen auch in schwierigen Situationen gewahrt werden, etwa wenn der Angeklagte aufgrund seines Verhaltens oder wegen der vorgeworfenen Tat zutiefst unsympathisch ist oder die öffentliche Meinung bereits eine Vorverurteilung ausgesprochen hat.

Schöffen sind mit den Berufsrichtern gleichberechtigt. FĂŒr jede Verurteilung und jedes Strafmaß ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit in dem Gericht erforderlich. Gegen beide Schöffen kann niemand verurteilt werden. Jedes Urteil – gleichgĂŒltig ob Verurteilung oder Freispruch – haben die Schöffen daher mit zu verantworten. Wer die persönliche Verantwortung fĂŒr eine mehrjĂ€hrige Freiheitsstrafe, fĂŒr die Versagung von BewĂ€hrung oder fĂŒr einen Freispruch wegen mangelnder Beweislage nicht ĂŒbernehmen kann, sollte das Schöffenamt nicht anstreben.

In der Beratung mit den Berufsrichtern mĂŒssen Schöffen ihren Urteilsvorschlag standhaft vertreten können, ohne besserwisserisch zu sein, und sich von besseren Argumenten ĂŒberzeugen lassen, ohne opportunistisch zu sein. Ihnen steht in der Hauptverhandlung das Fragerecht zu. Sie mĂŒssen sich verstĂ€ndlich ausdrĂŒcken, auf den Angeklagten wie andere Prozessbeteiligte eingehen können und an der Beratung argumentativ teilnehmen. Ihnen wird daher Kommunikations- und DialogfĂ€higkeit abverlangt.

Interessenten bewerben sich fĂŒr das Schöffenamt in allgemeinen Strafsachen (gegen Erwachsene) bis zum 30.04.2018 bei der Stadt Herzogenrath, A 32  Ordnungsamt, Tel.: 02406/ 83-416. Ein Formular kann von der Internetseite www.schoeffenwahl.de heruntergeladen werden.

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