Pratschjeck op Fastelovvend: Prinz Karneval & Co im Centre Charlemagne Aachen

  • Karneval in Aachen und Umgebung: Die neue Ausstellung im Centre Charlemagne geht der Geschichte des Öcher Fastelovvend auf den Grund
  • 12 Stationen, vom Mittelalter bis heute – zum Zuhören, Anschauen und Anfassen
  • Eröffnung: bereits am Donnerstag, 08. November 2018, 16.30 Uhr mit musikalischer Begleitung durch die Wheels (ab ca. 18.30 Uhr)

 

Narrenkappe und Orden, Kamelle und Konfetti – alle Jahre wieder verwandelt Aachen sich mit einem pratschjecken „Oche Alaaf“ für geraume Zeit in die sprichwörtlich verkehrte Welt. „Pratschjeck op Fastelovvend – Karneval in Aachen“ heißt dementsprechend die neue Ausstellung im Centre Charlemagne, die vom 10. November 2018 bis zum 10. März 2019 die Geschichte des Öcher Karnevals aufrollt. Kuratorin Julia Samp hat in den letzten Monaten die Archive der Karnevalsvereine in Aachen und Umgebung durchstöbert und präsentiert nun unter Einbeziehung aller Sinne und anhand vieler anschaulicher Zeugnisse in zwölf Themenstationen den Fastelovvend vom Mittelalter bis heute.

 

Muschelmann und Glöckchen-August

Es gibt so viel zu sehen, zu hören und sogar anzufassen: eine Jukebox mit Karnevalshits, Orden, einen Kiosk mit Zeitungen zum Durchblättern, eine echte Bütt als Hörstation (mit einer Original-Büttenrede aus dem 19. Jahrhundert!), eine riesengroße Wagenfigur eines Gardisten der Prinzengarde , ein Wohnzimmer mit Fotoalben, eine Litfasssäule mit Sessionsplakaten. Besonders schön sind die selbstgemachten, aus der Not geborenen Nachkriegskostüme: der Muschelmann und der Glöckchen-August. Natürlich haben auch wieder zahlreiche Bürger*innen mit ihren Erinnerungsstücken zur Ausstellung beigetragen.

 

Seit 2014 ist der Rheinische Karneval Teil des Weltkulturerbes

Der organisierte Karneval beginnt mit der Gründung des ersten Karnevalsvereins „Aachener Karnevals Florresei“ im Jahr 1829. Rund um die beiden Symbolfiguren Prinz Karneval und Märchenprinz – in ihren Formen regional einzigartig – steigt Aachen schnell zu einer der karnevalistischen Hochburgen in Deutschland auf. Nach den exklusiven Karnevalsfesten im 19. Jahrhundert entwickelt sich – bedrängt durch Krisen und Krieg – der Karneval zwischen den Weltkriegen wieder zum volkstümlichen Brauch. Wie tief dieser in der Aachener Seele verwurzelt ist, tritt in der Nachkriegszeit zu Tage: Bunt und laut kehren die Aachener Narren ins Leben zurück und geben ihrem Fastelovvend zwischen dem karnevalistischen Treiben im Grenzland auf der einen und dem Rheinischen Karneval auf der anderen Seite ein ganz besonderes Antlitz. Übrigens: Der Rheinische Karneval und mit ihm auch der Öcher Fastelovvend gehören seit 2014 zum immateriellen Weltkulturerbe der Menschheit.

 

Neben dem chronologischen Durchgang durch die Geschichte des Aachener Karnevals widmet sich die Ausstellung im Centre Charlemagne auch grundlegenden Themen: Wie funktioniert eigentlich ein Karnevalsverein? Welche Rolle spielt die Frau im Karneval? Wie passen Integration und Inklusion zum Karneval?

 

Kuratorin: Julia Samp

 

Kooperationspartner: FestAusschuss Aachener Karneval e.V. (AAK), Aachener Karnevalsverein 1859 e.V. (AKV), Verband der Karnevalsvereine Aachener Grenzlandkreise e.V. / Haus des Grenzland­karnevals

 

Förderer: LVR, Lohmann-Hellenthal-Stiftung

Foto – Credit: Stadt Aachen / Thomas Langens

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