Varneum

Kornelimünster: Neue Infotafel verrät viel Wissenswertes rund um das Varnenum

  • Gemeinschaftsprojekt von Stadt und dem LVR-Amt für Bodendenkmalpflege vorgestellt.
  • Texte, Fotos und Karten geben spannende Einblicke in die Geschichte der 2000 Jahre alten gallorömischen Kultstätte.
  • Mit der neuen Tafel gehört das Varnenum nun auch zur „ArchaeoRegion Nordeifel“. Über 40 Infotafeln in der Region zwischen Aachen und Euskirchen machen Lust auf Archäologie.

 

Archäologisches „Schätzchen“ in Kornelimünster: Am gallorömischen Tempelbezirk Varnenum steht seit kurzem eine neue Infotafel. Foto: © Stadt Aachen / Stefan Herrmann

Es ist ein wahres archäologisches „Schätzchen“, das da am südlichen Stadtausgang Aachens liegt: das Varnenum in Kornelimünster. Die Überreste des gallorömischen Tempelbezirks erzählen Archäologen spannende Geschichten aus längst vergangenen Tagen – und nicht nur denen. Denn seit kurzem muss man kein ausgewiesener Fachmann bzw. keine Fachfrau sein, um zu erfahren, was einmal vor etwa 2000 Jahren an dieser Stelle gestanden hat. Gemeinsam mit dem Landschaftsverband Rheinland – Amt für Bodendenkmalpflege hat die Stadt Aachen eine informative und optisch ansprechende Hinweistafel errichtet.

 

Das Gemeinschaftsprojekt von Stadt und LVR ist nun im Rahmen eines Pressetermins vor Ort vorgestellt worden. Stadtarchäologe Andreas Schaub war es, der bereits vor einigen Jahren neuen Schwung in die Sache gebracht hatte.

Denn seit langem schon haben sie in Kornelimünster dafür gekämpft, wieder eine informative und ansprechende Hinweistafel zu bekommen, nachdem ein altes Vorgängerschild mutwillig zerstört worden war. Entsprechend erfreut zeigten sich Bezirksbürgermeister Jakob von Thenen, Bezirksamtsleiterin Rita Claßen und Vertreter des ortsansässigen Heimat- und Eifelvereins, dass seit zwei Wochen eine schicke neue Infotafel am Varnenum steht.

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse

Die mit Fördergeldern des Landes und von der Stadt Aachen finanzierte und konzipierte Tafel entstand in Zusammenarbeit mit dem LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland, das auch die Druckvorlage im Design der ArchaeoRegion Nordeifel erstellte. Im nordrhein-westfälischen Teil der Eifel wurden unter Leitung des archäologischen Fachamtes in den letzten Jahren bereits über 40 langlebige Informationstafeln an Bodendenkmälern errichtet. Mit dem Varnenum ist nun die 44. Infotafel in die Liste aufgenommen worden.

 

Die Texte über das Varnenum hat Stadtarchäologe Andreas Schaub erstellt. Darin erfährt der Betrachter viel Wissenswertes: Zum Beispiel, dass an dem gallorömischen Kultplatz etwa seit Christi Geburt bis zum Ende des Römerherrschaft den Göttern Varneno und Sunuxsal geopfert wurde. Bei Grabungen zwischen 1907 und 1924 sowie 1986/87 wurden die umfangreichen Baureste freigelegt, die mit Mitteln der Stadt Aachen konserviert wurden. „Dass die Umsetzung letztlich einige Jahre in Anspruch genommen hat, liegt vor allem daran, dass wir zwischenzeitlich neue wissenschaftliche Aspekte über das Varnenum und das Ausmaß der gesamten Anlage gewinnen konnten“, erklärte Schaub. „Wir sind uns mittlerweile sicher, dass sich hier unter unseren Füßen einst eine deutlich größere Siedlung erstreckt hat“, so der Stadtarchäologe. Und so stecke hinter jedem Satz, der auf der Infotafel kompakt und gut verständlich Hintergründe zur Kultstätte liefere, eine mitunter aufwendige Recherchearbeit.

 

Dr. Ulrike Müssemeier, Projektleiterin des LVR, freut sich über das sichtbare Ergebnis in Kornelimünster: „Die Tafel am Heiligtum Varnenum ist ein weiterer Ausdruck für die hervorragende Zusammenarbeit zwischen unserem Amt und der Stadt Aachen, die zu Recht stolz ist auf ihre lange Geschichte.“

 

Das Projekt „ArchaeoRegion Nordeifel“, zu dem das Varnenum in Kornelimünster nun ebenfalls zählt, gilt dem Erhalt und der Pflege der archäologischen Denkmäler der Region zwischen Euskirchen und Aachen sowie auch ihrer touristischen Erschließung. Die Zeitspanne der Fundplätze reicht dabei von der Entstehung der Fossilien vor 400 Millionen Jahren über die Römerzeit bis zu den Relikten des Westwalls im 20. Jahrhundert.

 

Weitere Informationen zur „ArchaeoRegion“ Nordeifel: www.archaeoregion-nordeifel.lvr.de