Karlspreis
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„Im besten Sinne ansteckend und wegweisend“:

Karlspreis 2018 fĂŒr Emmanuel Macron

Foto: Stadt Aachen / Andreas Herrmann

  • Direktorium ehrt den PrĂ€sidenten der Französischen Republik fĂŒr seine kraftvolle Vision von einem neuen Europa.
  • Direktoriumsvorsitzender Linden spricht von Macrons entschiedenem Kampf gegen jede Form von Nationalismus und Isolationismus. Nur so sei die europĂ€ische Krise zu ĂŒberwinden.
  • Die Preisverleihung wird am Himmelfahrtstag, 10. Mai 2018, im Krönungssaal des Aachener Rathauses stattfinden.

Der französische StaatsprĂ€sident Emmanuel Macron wird mit dem Aachener Karlspreis ausgezeichnet. Das haben der Aachener OberbĂŒrgermeister Marcel Philipp und der Vorsitzende des Direktoriums der Gesellschaft fĂŒr die Verleihung des Internationalen Karlspreises zu Aachen, Dr. JĂŒrgen Linden, am heutigen Freitag (8. Dezember) in Aachen bekanntgegeben. Die Preisverleihung, bei der Emmanuel Macron fĂŒr seine Verdienste um die Einheit Europas ausgezeichnet wird, findet am Himmelfahrtstag, 10. Mai 2018, im Krönungssaal des Aachener Rathauses statt. In einer ersten Reaktion sagte der designierte KarlspreistrĂ€ger dem Direktoriumsvorsitzenden Linden, dass er sich sehr geehrt fĂŒhle und sich ĂŒber diese hohe Auszeichnung freue.

 

„Die Vision von einem neuen Europa“

In der BegrĂŒndung des Karlspreisdirektoriums heißt es: „Die Gesellschaft fĂŒr die Verleihung des Internationalen Karlspreises zu Aachen ehrt im Jahr 2018 den PrĂ€sidenten der Französischen Republik, Emmanuel Macron, fĂŒr seine Vision von einem neuen Europa und der NeugrĂŒndung des europĂ€ischen Projektes, von einer neuen europĂ€ischen SouverĂ€nitĂ€t und einer engen, neu strukturierten Zusammenarbeit der Völker und Nationen.” Besonders hebt das Direktorium hervor, dass Macrons „Leidenschaft und sein europĂ€isches Engagement, sein Eintreten fĂŒr Zusammenhalt und Gemeinsamkeit und sein entschiedener Kampf gegen jede Form von Nationalismus und Isolationismus zur Überwindung der europĂ€ischen Krise vorbildhaft, im positiven Sinne ansteckend und wegweisend“ sei.

OberbĂŒrgermeister Marcel Philipp beschrieb Macron als „einen mutigen Vordenker fĂŒr die Erneuerung des europĂ€ischen Traums“. Zugleich verbinde die Karlspreisgesellschaft mit der Ehrung die Hoffnung und den Wunsch vieler europĂ€ischer BĂŒrgerinnen und BĂŒrger, dass die VorschlĂ€ge des KarlspreistrĂ€gers 2018 seine europĂ€ischen Partner inspirieren und zu einer zukunftsfĂ€higen Erneuerung des europĂ€ischen Projektes beitragen mögen.

EuropĂ€ische Idee als zentrales Wahlkampf-Thema „Uns haben zwei Punkte besonders bewogen, den französischen StaatsprĂ€sidenten auszuzeichnen“, erklĂ€rte Direktoriumssprecher Linden: Macrons pro-europĂ€ischer Wahlkampf und seine wertvollen Impulse fĂŒr die europĂ€ische Reformdebatte. Linden: „Emmanuel Macron hat so offensiv wie nur wenige andere die europĂ€ische Idee ins Zentrum seines politischen Engagements und seines Wahlkampfs gerĂŒckt. Er hat auf beeindruckende Weise die Auseinandersetzung mit denen gesucht, die das Projekt, dem unser Kontinent die lĂ€ngste Friedensperiode seiner Geschichte verdankt, zur Disposition stellen wollen.“

 

„Die Wahl von Macron beweist: Europa kann begeistern!“

Macron machte den französischen PrĂ€sidentschaftswahlkampf zu einem Referendum fĂŒr Europa, beschreibt das Direktorium. Und das Zitat „wenn Sie ein zaghafter EuropĂ€er sind, sind Sie bereits ein besiegter EuropĂ€er“, unterstreiche die unumstĂ¶ĂŸliche politische Position des kĂŒnftigen PreistrĂ€gers. Das Karlspreis-Direktorium hĂ€lt fest: „WĂ€hrend mancherorts lamentiert wird, dass sich politische Positionen in den europĂ€ischen Demokratien immer mehr anglichen, dass den WĂ€hlerinnen und WĂ€hlern klare Alternativen fehlten, standen sich bei der Stichwahl um das Amt des französischen Staatsoberhauptes zwei Kandidaten gegenĂŒber, die in ihren GrundĂŒberzeugungen und Wahlprogrammen gegensĂ€tzlicher nicht sein könnten.“ Die Wahl von Emmanuel Macron zum
PrÀsidenten der Französischen Republik habe einmal mehr eindrucksvoll bewiesen, dass Europa begeistern kann.

„Durch seine pro-europĂ€ische Haltung stellt er sich gegen eine Re-Nationalisierung seines Landes, damit auch gegen die nationalistischen und populistischen Tendenzen im ĂŒbrigen Europa“,
zitiert Linden die Auffassung des Direktoriums.

Und zum zweiten Punkt, der die Karlspreis-Gesellschaft besonders beeindruckt: In seiner politischen Arbeit setze der 39-jĂ€hrige PrĂ€sident mit ambitionierten VorschlĂ€gen Impulse fĂŒr die Reformdebatte der EU. Sie erhalte auf diese Weise neuen Schwung. Macron selbst hatte zuletzt in einem Interview darauf hingewiesen, wie wichtig die Weiterentwicklung der EU nun sei, „die NeubegrĂŒndung eines souverĂ€nen, geeinten und demokratischen Europas“ – denn, so seine Überzeugung: „Wir sollten wieder empfĂ€nglich dafĂŒr sein, große Geschichte schreiben zu wollen“.

StaatsprĂ€sident Macron hat das Karlspreis-Direktorium ĂŒberzeugt – auch seine Haltung, dass das moderne politische Leben den Sinn fĂŒr das Symbolische wiederfinden mĂŒsse. Linden brachte es auf den Punkt: „So erschließt sich die Szene des gerade gewĂ€hlten neuen französischen PrĂ€sidenten, der nicht etwa zur Marseillaise, sondern zu den KlĂ€ngen der Europahymne den Innenhof des Louvre durchschreitet, um zu seinen AnhĂ€ngern zu sprechen und die feste Verankerung Frankreichs in der EuropĂ€ischen Union zu unterstreichen.“

 

Macron macht Europa wieder Mut

Im Rahmen der Pressekonferenz in Aachen unterstrichen Linden wie auch OberbĂŒrgermeister Philipp die fĂŒr Europas Zukunft Mut machenden Impulse, die der PrĂ€sident in seiner noch kurzen Amtszeit bereits gesetzt hat. Unverzichtbar ist dabei der Hinweis auf seine richtungsweisende Rede „Initiative fĂŒr Europa“ an der Pariser Sorbonne im September 2017. Dort sagte der PrĂ€sident: „Ich ĂŒberlasse nichts denen, die Hass, Spaltung oder nationale Abschottung versprechen. Ich ĂŒberlasse ihnen keinen einzigen Vorschlag. Es liegt an Europa, VorschlĂ€ge zu machen. Es liegt an uns, diese zu tragen, jetzt und sofort.“ Er sieht den SchlĂŒssel zur SouverĂ€nitĂ€t in der europĂ€ischen Zusammenarbeit.

OberbĂŒrgermeister Philipp fasste am Ende der Pressekonferenz das Votum des Direktoriums so zusammen: „In einer Zeit, in der unser Kontinent vor entscheidenden Weichenstellungen steht, hat Emmanuel Macron den Kampf fĂŒr Europa mit Leidenschaft und mutiger Zuversicht offensiv angenommen. In seiner noch kurzen Amtszeit hat Macron Europa neu inspiriert und der Debatte ĂŒber eine vertiefte Einigung unseres Kontinents neuen Schwung und eine neue Dynamik gegeben.“

INFO KARLSPREIS
Emmanuel Macron wird der 60. TrÀger des Internationalen Karlspreises zu Aachen sein. In diesem Jahr wurde der britische Historiker Timothy Garton Ash mit dem Preis ausgezeichnet, 2016 ging die Auszeichnung an Papst Franziskus.

Der Internationale Karlspreis zu Aachen gilt als einer der bedeutendsten europĂ€ischen Preise. Er wird seit 1950 an Personen und Institutionen verliehen, die sich um die Einigung Europas verdient gemacht haben. Zu den frĂŒheren PreistrĂ€gern gehörten unter anderem Konrad Adenauer (1954), die EuropĂ€ische Kommission (1969), der spanische König Juan Carlos I. (1982), Francois Mitterand und Helmut Kohl (1988), VĂĄclav Havel (1991), Königin Beatrix der Niederlande (1996), der amerikanische PrĂ€sident Bill Clinton (2000), der luxemburgische Premierminister Jean-Claude Juncker (2006), Bundeskanzlerin Angela Merkel (2008), Jean-Claude Trichet (2011) oder Martin Schulz (2015), damals PrĂ€sident des EuropĂ€ischen Parlaments. Im MĂ€rz 2004 erhielt Papst Johannes Paul II. einen außerordentlichen Karlspreis, der in Rom verliehen wurde.

Verliehen wird neben einer Urkunde auch eine Medaille, die auf der Vorderseite das Ă€lteste Aachener Stadtsiegel aus dem 12. Jahrhundert mit thronendem Karl dem Großen und auf der RĂŒckseite eine Inschrift fĂŒr den jeweiligen PreistrĂ€ger zeigt.

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