Neue Kampagne „Wissen über Wasser.“ startet
- Eine neue gemeinsame Informationskampagne von StädteRegion Aachen, Wasserverband Eifel-Rur (WVER) und Stadt Aachen zu Hochwasser und Starkregen startet auf der Euregio-Wirtschaftsschau.
- Die Kampagne „Wissen über Wasser. Vorbereitet auf Hochwasser und Starkregen“ soll die Gefahren in unserer Region aufzeigen und die Bürgerinnen und Bürger bestmöglich auf Risiken vorbereiten.
- Ein mobiler Infostand, eine informative Webseite und eine umfangreiche Broschüre liefern viele wichtige Anregungen, konkrete Empfehlungen und detailliertes Wissen.
Foto: Signalisiert den Startschuss für „Wissen über Wasser.“: Der Stand der Kampagne auf der Euregio Wirtschaftsschau. Foto: StädteRegion Aachen/Holger Benend
6.3.2026: Wasser ist die Grundlage des Lebens. Wir nutzen es tagtäglich als Lebensmittel, im Haushalt, in der Landwirtschaft und der Industrie. Aber Wasser kann auch zur Herausforderung, zur Gefahr werden: Aus heiterem Himmel und mit großer Wucht können Starkregen und Hochwasser auch in unserer Region immer häufiger und intensiver auftreten. Aufgrund des Klimawandels erhöht sich die Zahl extremer Wetterereignisse, ganze Straßenzüge können innerhalb kurzer Zeit überflutet werden – mit teils erheblichen Schäden für Häuser, Keller und Eigentum. So genannte „Jahrhunderthochwasser“ sind keine Ausnahme mehr. „Wir alle haben das Hochwasser noch in schmerzlicher Erinnerung und auch fünf Jahre danach müssen wir ehrlich sagen, dass es einen hundertprozentigen Schutz vor Hochwasser und Starkregen nicht geben wird. Aber wir können und müssen alles daransetzen, bestmöglich vorbereitet zu sein“, erinnert Aachens Oberbürgermeister Dr. Michael Ziemons an die tragischen Ereignisse von 2021. Auch Städteregionsrat Dr. Tim Grüttemeier hat die dramatischen Tage noch genau in Erinnerung: „Wasser hat eine unbändige zerstörerische Kraft, die insbesondere Eschweiler, Stolberg, Roetgen und Kornelimünster erlebt haben. Umso wichtiger ist jetzt die gemeinsame Kampagne ‚Wissen über Wasser.‘ Wir möchten damit zeigen, wie sich die Region noch besser auf Hochwasser und Starkregen vorbereitet.“ Heißt: StädteRegion Aachen, Stadt Aachen und der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) starten eine gemeinsame Aufklärungs- und Informationskampagne: „Mit ‚Wissen über Wasser.‘ informieren wir gemeinsam über Risiken, zeigen konkrete Schutzmöglichkeiten auf und bündeln hilfreiche Kontakte sowie laufende Projekte – von Rückhaltebecken bis hin zu weiteren Vorsorgemaßnahmen“, fasst Ziemons die Kerngedanken zusammen. Informieren. Vorsorgen. Schützen.
„Wissen über Wasser.“ startet auf der Euregio-Wirtschaftsschau
Grüttemeier freut sich, dass der Startschuss von „Wissen über Wasser.“ nun erfolgt: „Wichtig ist, den Menschen Handlungsempfehlungen zu geben. Denn Besitzer von Immobilien können durch gezielte Maßnahmen das Risiko von Schäden deutlich senken. Das wollen wir gezielt vor Ort machen, wie zum Start der Kampagne am Stand der StädteRegion auf der Euregio-Wirtschaftsschau.“ Eines der Kernstücke ist der „Wissen über Wasser“-Infostand. Hier können sich die Menschen der StädteRegion informieren, erste Ideen und Empfehlungen aufgreifen. Dieser Stand soll nach der Euregio durch die Region „wandern“ und in den Foyers öffentlicher Gebäude oder bei Messen und Veranstaltungen die Menschen für die Themen Starkregen und Hochwasser sensibilisieren.
Informative Webseite
Das zweite Kernelement ist die Webseite www.wissen-über-wasser.de, auf der Immobilienbesitzerinnen und -besitzer oder Bauherrinnen und -herren ganz konkret erfahren können, ob ihr Haus in einem Risikogebiet steht, was sie an Eigenvorsorge betreiben können oder wie sie sich im Ernstfall verhalten sollen. Informative Hochwasserkarten, konkrete Kontakte, hilfreiche Links oder eine Übersicht zu gemeinsamen Lösungen und Projekten für eine bessere Hochwasser- und Starkregenresilienz – all das und noch mehr findet sich auf der Webseite. Und wer diese Infos lieber griffbereit zu Hause im Regal haben möchte, für den wurden die Infos in einer umfangreichen Broschüre zusammengefasst.
Starkregen als Ursache für Überflutungen können fast alle treffen
Die Kampagne soll sowohl die Menschen ansprechen, die selbst vor fünf Jahren vom Hochwasser betroffen waren, aber auch die, die vielleicht erst seit Kurzem in einem der Gebiete leben oder bauen. Und für Starkregen als Ursache für eine Überflutung ist nicht einmal ein Bachlauf oder Fluss in der Nähe nötig: Niederschläge von mehr als 25 Millimeter pro Stunde oder mehr als 35 Millimeter in sechs Stunden reichen aus. Sie entstehen oft beim Abregnen massiver Gewitterwolken. Wenn dann das Wasser nicht schnell genug im Erdreich versickert oder über ein Kanalsystem abgeführt wird, können im Rahmen eines Starkregenereignisses Sturzfluten entstehen. Auch bei ebenen Straßen kann es zu einem Rückstau im Kanalsystem kommen. Teile der Regenmassen suchen sich dann oberirdisch, meist unkontrolliert, ihren Weg über Straßen und Grundstücke, verursachen lokale Überflutungen oder vollgelaufene Keller. Bei Starkregen kann es auch an kleinen Hängen zu Erdrutschen kommen. Es kann also fast alle überall treffen.
Sensibilisierung schon in der Schule
Früh übt sich: Ein weiterer Baustein der Kampagne – der sich derzeit noch im Aufbau befindet – sind Unterrichtsmaterialien passgenau zugeschnitten für die einzelnen Stufen an den Schulen. Denn bereits ab den Grundschulen bis hoch zur Mittelstufe sollen Kinder und Jugendliche für das wichtige Thema sensibilisiert werden und so vielleicht auch zu Multiplikatoren werden. Lehrpersonal findet auf www.wissen-über-wasser.de zum einen „Musterlehrpläne“ für eine komplette Projektwoche inklusive Material- und Medienlisten. In Kooperation mit dem Bildungsbüro der StädteRegion werden zukünftig auch Exkursionen im Rahmen der „Bildungszugabe“ zu entsprechenden außerschulischen Lernorten des WVER wie etwa Kläranlagen oder Talsperren angeboten.
Appell an die Aachener Bevölkerung: Bei anhaltender Trockenheit bitte kein Wasser aus Bächen entnehmen
4.7.2025: Angesichts der anhaltenden Trockenperioden und der zunehmend angespannten Situation in den Aachener Bächen ruft die Untere Wasserbehörde die Bürger*innen zur Zurückhaltung bei der Wasserentnahme auf. Der Wassermangel bedroht Tier- und Pflanzenarten. Unter dem Wassermangel leidet aber auch die Selbstreinigungskraft der Bäche. Wasserentnahmen verschärfen die Situation und können dazu führen, dass Gewässer streckenweise oder ganz trockenfallen. Die meisten kleinen Bäche in den Quellgebieten sind bereits trockengefallen. Jetzt geht es darum, die bisher noch wasserführenden Bäche in Aachen, insbesondere den Haarbach im Oberlauf, die Inde und den Iterbach vor dem Austrocknen zu bewahren.
Insbesondere wird darum gebeten, auf die erlaubnisfreie Entnahme von Wasser aus Oberflächengewässern mit Hilfe mechanischer oder elektrischer Pump- sowie Saugvorrichtungen zu verzichten. Zwar ist der sogenannte „Gemeingebrauch“ und auch der „Eigentümer- und Anliegergebrauch“ in gewissem Umfang gesetzlich zulässig, doch führt der Einsatz technischer Hilfsmittel häufig zu übermäßigen Entnahmen, die die ökologischen Funktionen der Gewässer empfindlich stören.
Die Untere Wasserbehörde appelliert an das Verantwortungsbewusstsein der Aachener Bevölkerung: „Bitte tragen Sie dazu bei, unsere Wasserressourcen zu schützen – verzichten Sie auf die Entnahme mit Pumpen und nutzen Sie Wasser nur dann, wenn es unbedingt notwendig ist.“ Kurzfristige Wasserzuflüsse durch Starkregen und Gewitterzellen führen nicht zu einer nachhaltigen Erhöhung der Wasserstände in den Bächen.
Bei anhaltender Trockenheit und einer sich verschärfenden Lage behält sich die Behörde weitergehende Maßnahmen vor, einschließlich möglicher Einschränkungen oder Verbote der Wasserentnahme.
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